Ärzte dürfen im Internet informieren

Deutscher Ärztetag beschließt neue Berufsordnung / Eigenes Kapitel zum Umgang mit Patienten Eisenach. (dpa) Der 100. Deutsche Ärztetag hat erstmals seit 40 Jahren die ärztliche Berufsordnung grundlegend reformiert und dabei das "Werbeverbot" für Mediziner leicht gelockert. Grundsätzlich hielten die Vertreter der knapp 344 000 deutschen Ärzte jedoch am Werbeverbot fest. Nach der am Freitag in Eisenach verabschiedeten Novelle dürfen Ärzte nun in Computernetzen wie dem Internet auf sogenannten Homepages sachliche Informationen etwa zu ihrer medizinischen Ausbildung einspeisen. Auch praktische Hinweise zu Sprechstundenzeit, Verkehrsanbindung und Parkplatzangebot sind erlaubt. Anzeigen in Tageszeitungen dürfen Ärzte weiter nur schalten, wenn sie etwa eine Praxis eröffnen, umziehen, in Urlaub gehen oder ihre Sprechzeiten ändern. "Krasse Werbung im Stil von Reklame etwa für ein Auto oder ein Waschmittel", sagte Ätztepräsident Karsten Vilmar, bleibe völlig untersagt. "Niemand soll damit werben dürfen, daß er die schönsten Blinddarmnarben macht", betonte Vilmar. Bislang sind Patienten bei der Suche nach einem Arzt auf Gelbe Seiten oder Mundpropaganda angewiesen. Erstmals erhält die Novelle auch ein Kapitel zum Umgang mit Patienten. So sollen Ärzte den Wunsch von Patienten nach Einholung der Meinung eines zweiten Arztes respektieren. Ferner werden die Mediziner ermahnt, dem Patienten zuzuhören, ihn verständlich über Krankheit, Behandlung und mögliche Alternativen zu informieren. Quelle: Marler Zeitung, 31.5.1997