Hacker prallen an den Feuerwänden ab

Junges Unternehmen Bülow & Masiak installiert und sichert Netzwerke

Wenn der Hacker das Netzwerk angreift, prallt er an der Feuerwand ab. Beim Firmenbesuch durch Vertreter des Rates und Bürgermeisterin Uta Heinrich gab die "Dr. Bülow & Masiak-Network-Technologie" einen Einblick in ihr Sicherheitssystem.

Denn die Schutz-Programme gegen fremden Zugriff gehören zu den Trümpfen im Angebot der Firma in der Victoriastraße. Bundesweit greifen Firmen auf die Bülowschen Anti-Hacker-Strategien zurück.

Wenn ein neues Netzwerk online ist, dauert es durchschnittlich nur zwölf Minuten, bis der erste Unbefugte versucht, an die Daten zu kommen.

Dabei treiben nicht nur Wirtschaftsspione ihr Unwesen. Oft sind es Jugendliche, die es einfach mal versuchen wollen, nachdem sie sich im Internet "Hacker-Tools" besorgt haben.

Bülow & Masiak bauen in diesem Fall "firewalls". Die "Feuerwände" funktionieren wie eine dreifache Abwehr-Kombination aus unterschiedlichen Filter-, Hardware- und Betriebssystemen. Zudem bietet Bülow den Firmen an, "Feuerwandwarte" auszubilden.

Mit Installation von Netzwerken, deren Betreuung und Überwachung haben es die Marler "Networker" weit gebracht. Die 1995 gegründete Firma zählt 23 Mitarbeiter und machte im letzten Jahr 4,5 Millionen Mark Umsatz.

Derzeit wird das Angebot erweitert. Das Projekt "Voice over IP", was etwa "Telefonieren über das Internet" bedeutet, läuft bereits erfolgreich, am Projekt "Funkvernetzung", das aufwendiges Kabellegen erspart, wird gerade entwickelt.

Nach der Firmen-Devise "global reach - local touch" arbeiten Bülow & Masiak bereits mit einigen ausländischen, aber auch mit vielen Marler Unternehmen zusammen. Womöglich wird demnächst auch die Stadt Marl Kunde. Denn ihr hat die Firma schon 1997 einen Plan für die Vernetzung aller Schulen dieser Stadt vorgestellt. Im selben Jahr hatten sie die berufsbildenden Schulen in Recklinghausen vernetzt.

Auch Marls Bürgermeisterin Uta Heinrich zeigte Interesse, verlangte aber zunächst einmal eine Aufstellung der Kosten, schließlich handle es sich um rund 30 Lehranstalten.

Interessiert ist Heinrich auch an dem gerade von Bülow entwickelten online-Programm "Markplatz Emscher-Lippe", über das sämtliche wichtigen Informationen über Wirschaft und Kultur über die Städte der Region abgerufen werden können: Vom Hotelangebot bis zum Theater-Programm.

Aber auch hier meinte die Bürgermeisterin strikt: "Ich werde das Projekt gerne den politischen Gremien vorstellen. Aber erst möchte ich einen Kosten-Entwurf sehen." UT

Quelle: WAZ, 6. September 2000