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Kabelsalat

Hannah (15) hat ihre Freundin Almuth (15) bei ihrem Praktikum besucht und festgestellt, dass Informatikkrams durchaus was für Mädels sein kann

Von Hannah Eberhard (15, Marl)




An meinem vorletzten Praktikumstag bei Scenario habe ich meine Freundin Almuth Schwarz (15) an ihrem Praktikumsplatz bei der Computerfirma „Dr. Bülow & Masiak GmbH“ besucht und sie ein wenig interviewt.

Als ich von ihr erfuhr, dass sie ihr Praktikum in einem Computerunternehmen, oder auch „IT-Haus“, macht, war mein erster Gedanke dazu: Das hört sich ja nicht sonderlich spannend an. Zwei Wochen lang vor Computern sitzen, sie programmieren usw., wird das nicht etwas eintönig oder langweilig?

Doch als ich sie nach der ersten Woche fragte, wie ihr das Praktikum gefällt, war sie total begeistert. Sie schwärmte, wie Abwechslungsreich ihre Aufgaben dort seien und was sie alles schon ausprobieren durfte. Das war für mich schwer nachzuvollziehen. Deshalb beschloss ich, sie zu besuchen und mir ein eigenes Bild von der Firma und ihrer Arbeit zu machen.

Zuerst fragte ich sie, wie sie auf diesen Praktikumsplatz gekommen ist, der ja sicherlich für viele andere Mädchen nicht die erste Wahl gewesen wäre. Auch sie hatte vorher mit Informatik nicht viel am Hut, kannte sich in dem Gebiet so gar nicht gut aus. Und genau das war der Grund, weshalb sie ihr Praktikum in einer Computerfirma gewählt hat. Anders, als durch ein Praktikum dort, sagt sie, hätte sie kaum eine Chance gehabt, an all die Informationen, die sie dort bekommt, zu gelangen, da sie niemanden kannte, der sich im Bereich IT gut auskennt. Doch sie wollte sich unbedingt in diesem Gebiet besser auskennen, denn sie ist sich sicher, es später für ihren Beruf gebrauchen zu können. Informatikerin will sie zwar nicht werden, kann es sich aber gut vorstellen, nebenbei mit Computern zu arbeiten.

Bei der Firma „Dr. Bülow & Masiak GmbH“ hat Almuth sich beworben, da sie wusste, dass sie in diesem kleineren Betrieb die Möglichkeit hat, sehr viel und auch verschiedenes zu machen, da dort viele verschiedene Berufe zusammenkommen. Wenn sie also mit Informatik nicht gut zurechtgekommen wäre, hätte sie immer noch etwas anderes machen können, zum Beispiel im Vertrieb arbeiten.

Auf meine Frage, ob es so ist, wie sie es sich vorgestellt hat, antwortete sie, dass sie noch viel mehr machen kann, als sie erwartet hätte. Sie dachte, dass sie in dieser Zeit das nur Gröbste lernt, zum Beispiel, wie Computer angeschlossen sind. Jedoch lernte sie um einiges mehr, von einem Teil wusste sie vorher gar nicht, dass es zu Informatik gehört.

Sie darf mit auf Hausbesuche, erstellt ihre eigenen Website, darf Computer und Router auseinandernehmen und untersuchen, Computer anschließen und neue Programme ausprobieren, zum Beispiel Bildbearbeitungsprogramme, und darf auch im Vertrieb helfen. Dass ihr Praktikum so vielfältig sein wird, hätte Almuth nicht gedacht. Toll findet sie, dass sie von dem, was sie im Betrieb lernt, vieles zu Hause ausprobieren und anwenden kann, denn so hat sie immer wieder kleine Erfolgserlebnisse. Die Festplatte ihres Computers hat sie zum Beispiel neu sortiert, und so läuft ihr Rechner wieder schneller.

Wie man merkt, machte Almuth das Praktikum sehr viel Spaß. Besonders mochte sie, dass es so ein Kontrast zur Schule ist. Alles, was sie gelernt hat, hat sie nämlich durch Unterhaltungen mit Leuten oder einfach durch Ausprobieren gelernt. Indem sie ein Buch darüber gelesen hätte, glaubt sie, hätte sie das nicht gelernt.

Zudem mag sie es, so viele Freiheiten zu genießen, dass sie ihren eigenen Arbeitsplatz hat und selbst entscheiden kann, was sie in der Firma lernen will. Auch mit den Leuten versteht sie sich sehr gut. Der einzige Nachteil, wie sie sagt, sind ihre Arbeitszeiten. Für Leute, die mit dem Bus fahren, sind die nämlich ziemlich ungünstig.

In den Beruf des Informatikers hat Almuth nun einen guten Einblick bekommen. Sie hat gemerkt, dass Informatik weitaus abwechslungsreicher ist, als sie sich vorgestellt hat. Jedoch bleibt sie dabei: Der reine Informatik-Beruf ist nach wie vor nichts für sie. In ihrem Beruf soll Teamwork auf jeden Fall dazugehören, und davon hat sie während ihres Praktikums nicht so viel gemerkt.

Almuth kann diesen Praktikumsplatz also gut weiterempfehlen. Auch sie hatte vorher etwas Angst, in einem „IT-Haus“ nichts verstehen zu können und befürchtete, dass die Leute dort nur Fachchinesisch reden. Doch nun weiß sie, dass einem dort viel erklärt und geholfen wird, so dass so ziemlich jeder viel lernen kann auch wenn er vorher von Informatik nicht viel Ahnung hatte.

Na, das klingt doch überzeugend!



Bild links: Almuth (rechts) zeigt Hannah, woran sie arbeitet. Bild rechts: Almuth an ihrem Praktikumsplatz Fotos(2): H. Eberhard



21. Juni 2010, Marler Zeitung (Scenario)