Vom Kellerkind zum Fachinformatiker

Andreas Koesling war Azubi und bildet heute selbst Nachwuchskräfte aus

MARL. Andreas Koesling (40) war ein "Kellerkind". Schon 1999 kam er als Auszubildender zur Firma Dr. Bülow & Masiak, erlebte noch eine kurze Zeit in der Souterrain-Wohnung mit, bevor das Unternehmen zur Victoriastraße zog. Dort ist er heute für die Planung und später die Betreuung ganzer Systeme, also Computer-Verbünde, zuständig.

Dabei hilft der Experte manchen Kunden, ohne ein Wort mit ihnen zu sprechen. "Manche haben Monitoring gebucht", erzählt er. Das heißt: Während die Mitarbeiter eines Unternehmens an ihren Computern sitzen oder auch nachts, wenn niemand arbeitet, überwacht das System des Kunden sich selbst. Entdeckt es eine Unregelmäßigkeit, verständigt es das System von Bülow & Masiak. Kann der Rechner dem anderen nicht helfen, bekommt Koesling von der Maschine eine Nachricht, die ihn zum Eingreifen auffordert. In vielen Fällen ist das per Fernwartung möglich: Der Techniker erhält eine Einladung in das Innenleben des schwächenlnden Computers und behebt den Schaden per Datenübertragung. Funktioniert das nicht, muss Koesling zum Kunden fahren und dort bleiben, bis der Schaden behoben ist - auch wenn es spät wird. Koesling ist Ehemann und Vater eines Sohnes. Die Familie kennt solche Situationen schon. Und: "Meine Frau arbeitet in einer Apotheke und ist mit Notdiensten auch vertraut."

Koesling machte seine Ausbildung zum Fachinformatiker im Unternehmen, wurde übernommen und wechselte die Seiten des Tisches. Heute ist er selbst Ausbilder, kümmert sich um neue Azubis, etwa die, die im Sommer kommen. Alle wissen: Das Unternehmen bildet für den eigenen Bedarf aus. Wer die Anforderungen erfüllen kann, hat gute Chancen auf Übernahme.

Nach Feierabend ist der Halterner ein Spiele-Fan. Wenn er das sagt, denkt er nicht an flimmernde Pixel auf dem Bildschirm, sondern an traditionelle Brettspiele mit Würfeln, Püppchen und allem, was in der realen Welt dazugehört. Regelmäßig besucht er Spieletreffs, unter anderem in der Spieliothek im Marler Stern. Sein Lieblingsspiel ist "Im Wandel der Zeit", ein Fantasiespiel über gesellschaftlichen Wandel.

Robert Klose
Marler Zeitung, Mittwoch 29.06.2016